Andacht

Liebe Leserin, lieber Leser!

Eine Quelle ist schon ein ganz besonderer Ort. Versuchen Sie sich einen Bergbach vor Augen zu führen, der klein, aber lebendig aus einem Waldboden sprudelt. Da kommen nach ergiebigen Regenfällen Wasser und Erde zusammen, der Boden saugt sich voll wie ein Schwamm, um es dann laufen zu lassen durch üppig grünende Moose und Gräser.
Zu diesem Bild sei die Losung des Jahres 2018 aus Offenbarung 21,6 gesellt:
bachb“Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst."
„Ich will“: So steht der Wille Gottes vor allem Werden. Im Ich Gottes liegt jeder Anfang, jeder Ursprung. Aus dem Ich Gottes entspringt sein Wort, jedes schöpferische Handeln, jedes Leben.
Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen, auf der Suche nach dem Ursprung. Dort, wo ein  Gewässer noch unscheinbar klein, aber berauschend lebendig seinen Weg sucht und findet. Denn wer nach dem Ursprung fragt, der fragt nach Gott und findet sich auf Pfaden des Lebens wieder.
„Dem Durstigen geben“  ist offensichtlich so etwas wie  Gottes Lieblingsbeschäftigung. Sein Sohn Jesus Christus hat nichts lieber getan, als Heil und Heilung Gottes auszuteilen. Jesus ist nicht gekommen, das Heil den Gesunden zu bringen, sondern den Bedürftigen, den Kranken, den Ausgegrenzten. Mt 9,12: „Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.“ Denen gilt die besondere Liebe und Zuwendung Gottes. Darum gilt denen auch die besondere Aufmerksamkeit der Gemeinde. Mit offenen Herzen gönnt sie dem Bedürftigen die nötige Hilfe „von der Quelle“, so gut sie es vermag. Da rückt Gemeinde zusammen, findet die gemeinsame Aufgabe, Sinn in dem gemeinsamen Handeln, im gemeinsamen Ziel. 
Da finden einsame Tropfen zusammen, alleine für sich ohne besonderen Wert. Wie oft fühlt sich der Einsame wertlos, unbeachtet, überflüssig. Aber zusammen mit anderen Tropfen entsteht lebendiges Wasser, ein kleines Gewässer, das in mächtige Flüsse und dann in die globalen Meere und Ozeane mündet.
Erst zusammen entsteht „lebendiges Wasser“. Erst das Miteinander von Gott und Mensch lässt aufleben, so wie ein kleiner Bach fröhlich plätschert. Alleine schon dieses Geräusch mag verlocken zum Anhalten, zum Hinhören, um sich zu freuen an dieser Lebendigkeit, um davon zu kosten von dem reinen frischen Wasser, das belebt und erfrischt. Wenn auch so mancher Spritzer daneben geht, so sind die Sinne doch hellwach geworden, offen und bereit für neue Eindrücke. Sind die Sinne doch eins geworden mit den Elementen der Natur, letztlich mit der Lebendigkeit des Schöpfers, angeregt vom Miteinander der  himmlischen Elemente und denen der Erde, des Grases, des erdigen Bodens. Da wo Tropfen des Himmels in der Erde zusammen finden, da passiert dies:
Da berühren sich Himmel und Erde in diesem lebendigen Wasser. Schöpfer und Mensch kommen zusammen, aus Einsamkeit wird lebendiges Miteinander.
Wort Gottes und Gemeinde werden eins, bedrückte Seelen werden aufgerichtet, Augen der Täuflinge beginnen zu strahlen, zusammen wird das Lob Gottes angestimmt.
Wer dies selbst erleben will, der sei eingeladen zum Fest des Lebens in unseren Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in diesem neuen Jahr 2018.

Ihr Pf. Martin Schulz

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